Wenn Lebensräume durch Bautätigkeiten verloren gehen, dauerhaft verändert oder während der Bauphase vorübergehend beeinträchtigt werden, ist es unsere Aufgabe, geeignete Maßnahmen zum Schutz und zur Sicherung der betroffenen Tierarten zu entwickeln. Dabei steht für uns im Mittelpunkt, ökologische Beeinträchtigungen möglichst frühzeitig zu erkennen und durch fachlich abgestimmte Maßnahmen auszugleichen.
Wir planen und realisieren maßgeschneiderte Lösungen für die Anlage und Gestaltung von Ersatzhabitaten, die sich an den jeweiligen Lebensraumansprüchen der betroffenen Arten orientieren. Je nach Art und Umfang der Beeinträchtigung können dabei unterschiedliche Strukturen und Lebensraumelemente geschaffen oder aufgewertet werden – beispielsweise geeignete Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, Fortpflanzungsstätten sowie sichere Bereiche für die Überwinterung.
Wenn durch Baumaßnahmen zum Beispiel Gehölze mit Ruhe-, Winter- und Fortpflanzungsquartiere weichen müssen, können angepasste Tierkästen für Vögel oder Kleinsäuger wie Haselmäuse oder Fledermäuse errichtet werden. Wichtig ist, dass unterschiedliche Arten unterschiedliche Anforderungen an ihre Ruhe- und Fortpflanzungsstätten haben und diese individuell angepasst werden müssen. Manche Fledermaus- und Vogelarten leben in Gemeinschaften, deshalb ist es sinnvoll, in unmittelbarer Nähe mehrere Quartiere zu schaffen. Auch Größe, Form, Einflugwinkel, Öffnungsgröße oder Füllmaterial sind entscheidend für eine erfolgreiche Besiedelung der Zielarten.
Totholzhaufen sind künstlich angelegte Ansammlungen von abgestorbenem Holz wie Ästen, Baumstämmen und Wurzelstubben. Sie bieten Insekten (z. B. Totholzkäfer, Holzwespen), Pilzen (z. B. Zunderschwamm) und Kleintieren (Igel, Mäuse, Eidechsen) Lebensraum. Auch Vögel wie Spechte oder Meisen nutzen sie als Nahrungsquelle. Der Aufbau erfolgt durch Schichten von Holz unterschiedlicher Größe und Zerfallsstadien, idealerweise in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Totholzhaufen fördern die Biodiversität, verbessern den Boden durch Humusbildung und sind ein wichtiger Bestandteil natürlicher Kreisläufe.
Lesesteinhaufen bestehen aus gesammelten Feldsteinen und bieten trockene, sonnige Mikrohabitate. Hier leben Reptilien (z. B. Eidechsen, Blindschleichen), Insekten (z. B. Wildbienen, Heuschrecken) und Spinnen. Auch Amphibien wie Kröten nutzen die Haufen als Versteck. Der Aufbau erfolgt durch lockeres Aufschichten von Steinen, sodass Hohlräume entstehen. Ideal sind sonnige Standorte mit sandigem oder durchlässigem Untergrund. Lesesteinhaufen sind besonders wertvoll in agrarisch genutzten Gebieten, wo natürliche Strukturen fehlen.
Sandlinsen sind künstlich angelegte, sandige Freiflächen, die als Lebensraum für wärme- und trockenheitsliebende Arten dient. Hier leben Sandbienen, Wildbienen, Heuschrecken und Ameisen. Auch Reptilien und Vögel profitieren. Der Aufbau besteht aus tiefgründigem, lockerem Sand, der regelmäßig gepflegt wird, um Vergrasung zu vermeiden. Sie fördern seltene und spezialisierte Arten, die auf offene, sonnige Standorte angewiesen sind.
Wiesentümpel sind kleine, flache Gewässer in Wiesen oder Gärten, die als Lebensraum für Amphibien (z. B. Frösche, Molche), Libellen, Wasserkäfer und Vögel dienen. Sie werden durch Ausheben einer Mulde und Befüllen mit Wasser angelegt, wobei flache Uferzonen und vegetationsfreie Bereiche wichtig sind. Wiesentümpel fördern die Artenvielfalt, bieten Laichplätze und sind besonders wertvoll in trockenen oder strukturarmen Landschaften. Regelmäßige Pflege verhindert Verlandung.